Organisationsentwicklung und -management im Ökosystem
Umfang des Forschungsprojekts
Organisationsentwicklung und -management im Ökosystem bezeichnet die strategische Gestaltung und Weiterentwicklung von Unternehmen innerhalb vernetzter Strukturen aus internen und externen Akteuren. Dabei werden Netzwerke, Kooperationen und räumliche Gegebenheiten genutzt, um Transformationsprozesse erfolgreich zu bewältigen und die langfristige Anpassungsfähigkeit zu sichern.
Im Rahmen des abgeschlossenen Forschungsprojekts wurde in Kooperation mit kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie etablierten Großunternehmen untersucht, wie Organisationen durch innovative Partnerschaften ihre Transformationsfähigkeit stärken können. Ziel war es, ein tieferes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen organisationalen Anpassungsstrategien, Netzwerkeffekten und räumlichen Faktoren zu gewinnen – insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie technologischer Disruption, politischer Regulierung und globaler Krisen wie der COVID-19-Pandemie.
Ergebnisse und Mehrwerte
Das Forschungsprojekt hat gezeigt, dass die strategische Nutzung von Ökosystem-Ansätzen und interorganisationalen Kooperationen vielfältige Vorteile bietet:
- Kurzfristige Krisenkooperationen: Ad-hoc-Partnerschaften ermöglichen schnelle Krisenreaktionen, insbesondere digital ausgerichtete Kooperationen mit Technologieanbietern stärken eine schnelle Reaktion.
- Langfristige strategische Kooperationen: Kooperationsaktivitäten, die mit den Unternehmenszielen abgestimmt sind, stärken die Antizipations- und Vorbereitungsfähigkeiten und erweitern die Ressourcen- und Wissensbasis.
- Start-up-Kooperationen: Partnerschaften mit Start-ups verbessern Umfeldbeobachtungsfähigkeiten und ermöglichen Zugang zu fortschrittlichen Technologien.
- Diverse Partnerschaften: Zugang zu externem Know-how, Technologien und Kapazitäten kompensiert begrenzte interne Ressourcen.
- Agile Organisationskultur: Flexible, kreative und unbürokratische Handlungsweisen sowie dezentrale Entscheidungsfindung dienen als Katalysatoren für erfolgreiche Kooperationen.
- Scouting- und Übersetzungsrollen: Spezialisierte Mitarbeiter fungieren als Innovationsscouts und übersetzen zwischen Start-ups und etablierten Strukturen.
- Nutzung räumlicher Synergien und Intermediäre: Regionale Cluster, Acceleratoren und Innovations-Hubs erleichtern Kooperationen und unterstützen bei der Überwindung von kulturellen Unterschieden.
Fazit
Das Projekt zeigt deutlich: Ökosystem-basierte Ansätze und interorganisationale Kooperationen tragen wesentlich zur strukturellen Flexibilität, zum Aufbau von Resilienzfähigkeiten und zur nachhaltigen Transformationsfähigkeit bei. Die Ergebnisse bieten Unternehmen im Umbruch praktische Handlungsempfehlungen für strategisches Ökosystem-Management, die Entwicklung digitaler Fähigkeiten und den Aufbau einer Kultur, die Flexibilität und kreative Problemlösungen wertschätzt.
Veröffentlichte Ergebnisse des Projekts
- Dieterle, Ann-Kathrin (2025): The role of inter-organizational cooperation for resilience: an analysis of organizational processes, strategies, practices, and sources. https://doi.org/10.26127/BTUOpen-7157
- Dieterle, Ann-Kathrin & Duchek, Stephanie (2023): Implementing Strategic Resilience Through Cooperation Projects with Start-ups: A Multiple Case Study. In: Schmalenbach Journal of Business Research, 75 (2023), 549–586. https://doi.org/10.1007/s41471-023-00173-z
- Dieterle, Ann-Kathrin (2021): Resilience Process Framework for Inter-Organisational Cooperation. In: Wink, Rüdiger (Hg.): Economic Resilience in Regions and Organisations. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 249–280. https://doi.org/10.1007/978-3-658-33079-8_10
- Dieterle, Ann-Kathrin & Duchek, Stephanie (2020): Unternehmenskooperation als Resilienzstrategie: Nutzen für die Krisenbewältigung. In: Der Betriebswirt, 61 (3), 173–184. https://doi.org/10.3790/dbw.61.3.173